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Mehrfamilienhaus Grundriss planen: Tipps, Varianten & Kosten im Überblick

Mehrfamilienhaus Grundriss planen: Tipps, Varianten & Kosten im Überblick

Beim Traumhaus steht bei Bauherren nicht immer das Einfamilienhaus im Grünen im Vordergrund. Viele entscheiden sich bewusst für das Mehrfamilienhaus, da sich solche Häuser sowohl als Mehrgenerationenhäuser als auch zur Vermietung von einzelnen Wohneinheiten (Investitionsobjekt) nutzen lassen.  Die Grundrisse von Mehrfamilienhäusern unterscheiden sich dabei deutlich von den Grundrissen der Einfamilienhäuser. Zum einen müssen eine Vielzahl von rechtlichen Vorgaben beachtet werden und zum anderen sollen die Grundrisse zu den Zielgruppen, die eine Wohnung mieten, passen. Mit dem folgenden Artikel sollen die verschiedensten Fragen zum Thema Grundriss Mehrfamilienhaus beantwortet werden. Wem dies nicht reicht, der kann sich weitere Inspirationen auf der Website von Fertighausexperte holen.

Inhaltsverzeichnis

Schnell erfasst: Die Kernaussagen

  • Vorteile Mehrfamilienhaus: Das Leben in einem Mehrfamilienhaus stärkt nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern auch die soziale Interaktion. Für den Bauherr bedeutet das Mehrfamilienhaus, dass er mehr bezahlbaren Wohnraum auf einem kleinen Grundstück schaffen kann.

  • Mehrfamilienhaus-Grundrisse: Die Gesamtgröße der Gebäude bestimmt die Quadratmeter pro Wohnung. Bei Mietern sehr beliebt sind Wohnflächen von 70 bis 100 qm, da sich hier sowohl Familien als auch Einzelpersonen wohlfühlen.

  • Finanzierung Mehrfamilienhaus: Um ein Mehrfamilienhaus zu bauen, wird neben dem Eigenkapital auch Fremdkapital benötigt. Nicht zu vergessen sind die verschiedenen staatlichen Förderungen.

Welche Bedeutung hat ein durchdachter Grundriss Mehrfamilienhaus?

Ein bis ins letzte Detail durchdachter Grundriss für ein Mehrfamilienhaus ist entscheidend für die Funktionalität, den Wohnkomfort, die Wirtschaftlichkeit sowie die Vermietbarkeit des Objekts.

  • Einfluss auf Wohnkomfort und Funktionalität: Neben einer durchdachten Verbindung zwischen den Räumen, um kurze Wege zu ermöglichen, lassen sich dabei öffentliche Bereiche (Ess-Wohnbereich, Kochen) von den privaten Bereichen (Schlafen) trennen, was für mehr Ruhe und Privatsphäre sorgt. Dabei müssen jedoch stets die individuellen Lebensstile der Bewohner berücksichtigt werden.

  • Optimale Raumnutzung und Effizienz: Mit einem durchdachten Grundriss lassen sich unnötige Flächen (lange Flure, verwinkelte Ecken), die keinen Wohnwert bieten, vermeiden. Die effiziente Anordnung der Räume sorgt für mehr nutzbare Wohnfläche im Vergleich zur gesamten Bruttofläche. Selbst kleine Wohneinheiten können so gestaltet werden, dass sie trotz begrenztem Platzangebot geräumig und komfortabel wirken.

  • Flexibilität für unterschiedliche Mietergruppen: Durchdachte Grundrisse ermöglichen leichter eine Anpassung an die verschiedenen Zielgruppen (Familien, Paare, Senioren, Studenten) sowie deren Bedürfnisse.

  • Langfristige Anpassungsfähigkeit: Bei der Hausplanung sollte nicht nur an die aktuellen Bedürfnisse gedacht werden, sondern auch potenzielle zukünftige Veränderungen (altersgerechtes Wohnen, Barrierefreiheit) berücksichtigt werden.

  • Architektonische und technische Integration: Neben der Energieeffizienz geht es dabei um die Statik sowie die Installation der Haustechnik und die Vernetzung der verschiedenen Smart-Home-Lösungen. Gerade die verschiedenen Anschlüsse (Strom, Wasser usw.) müssen optimal geplant werden, um die spätere Installation und Wartung zu vereinfachen.

Weitere Tipps und Ratschläge rund um den gut durchdachten Grundriss bietet die Website von Hausbauexperte.

Wie sieht die Planung eines Mehrfamilienhaus-Grundrisses aus – Der Ablauf im Überblick

Die Planung beginnt zuerst einmal mit einigen grundlegenden Fragen wie zum Beispiel die Anzahl der Wohnungen und Etagen sowie die Größe der Wohneinheiten und das Berücksichtigen von Stellplätzen.

Bedarfsanalyse und Zielgruppenbestimmung

  • Welche Zielgruppe soll angesprochen werden? Die Zielgruppe auswählen, ist dabei der erste Schritt. Es wird in folgende Zielgruppen unterschieden:

    • Familien: Benötigen große Wohnungen mit mindestens drei Räumen, viel Stauraum und eventuell einem Balkon bzw. Gartenanteil.

    • Singles/Studenten: Wünschen sich meistens kompakte, funktionale Einheiten, die oft auch günstiger sind.

    • Senioren: Optimal sind barrierefreie Wohneinheiten, welche sich leicht pflegen lassen und eine kompakte Größe haben. Wenn möglich, sollte ein Aufzug vorhanden sein und die Flure entsprechend breit sein.

  • Anforderungen an Raumgrößen, Zuschnitt, Ausstattung: Dabei geht es um die Frage, wie viele Wohneinheiten passen auf das Grundstück, und für welche Zielgruppe sind sie anhand der Größe und dem Zuschnitt sowie der Ausstattung geeignet.

  • Verhältnis von Gemeinschafts- und Privatflächen: Hierbei geht es um die Frage, wie großzügig Treppenhaus und Eingang gestaltet werden und ob ein Aufzug nötig ist. Die Gemeinschaftsflächen im Mehrfamilienhaus sollten in einem passenden Verhältnis zu den Privatflächen stehen.

Grundstücksanalyse und Bebauungsplan

Um die Möglichkeiten und Einschränkungen des Grundstücks zu verstehen, ist eine Grundstücksanalyse unabdingbar. Im Anschluss daran muss der Bebauungsplan im Hinblick auf gesetzliche Vorgaben überprüft werden.

  • Vorgaben des Bebauungsplans: Hier werden von der Gemeinde oder Stadt die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Geschosshöhe, Dachform und Abstandsflächen festgelegt. Des Weiteren wird die maximal zulässige überbaute Grundflächenzahl (GRZ) bzw. Geschossflächenzahl (GFZ) vorgegeben.

  • Erschließung: Nach der Prüfung, ob das Grundstück für das Mehrfamilienhaus bereits erschlossen ist, wird die Zufahrt geplant, die Anzahl der Stellplätze, Müllbereiche, Fahrradräume festgelegt.

  • Ausrichtung: Bei der Mehrfamilienhaus-Planung spielt die Ausrichtung eine entscheidende Rolle. Dazu wird der Sonnenverlauf berücksichtigt, um die Fenster in den Wohneinheiten für eine optimale Belichtung und Belüftung zu positionieren.

  • Topographie: Geländebeschaffenheit (Hanglage oder ebene Fläche) kann Auswirkungen auf das Planen von Kellergeschoss oder einer Tiefgarage bzw. der kompletten Grundrissgestaltung haben.

Zusammenarbeit mit Architekt oder Planer

Grundsätzlich sollte die Planung der Mehrfamilienhaus-Grundrisse in enger Zusammenarbeit mit einem Architekten oder einem Planer erfolgen.

  • Vorteile der individuellen Grundrissplanung: Die Grundrisse werden exakt auf die Bedürfnisse der Mieter zugeschnitten, was sowohl die Funktionalität als auch die Lebensqualität erhöht. Dabei können die Räume flexibel gestaltet und gleichzeitig die Grundstücksausrichtung berücksichtigt werden, was hilft Energie zu sparen.

  • Integration von Statik, Haustechnik und Brandschutz: Durch die Zusammenarbeit mit einem Architekten werden alle rechtlichen Vorgaben zu Brandschutz und Barrierefreiheit berücksichtigt. Um die Haustechnik optimal zu planen, ist die Zusammenarbeit mit einem Haustechnik-Planer essenziell wichtig. In Bezug auf statische Berechnungen spielt der Statiker eine entscheidende Rolle, da nur so die Standsicherheit der verschiedenen Bauteile gewährleistet werden kann.

  • Nutzung moderner CAD- und 3D-Visualisierung: Mit modernen Softwarelösungen lassen sich die Grundrisse in professionelle Formate wie DWG oder DXF exportieren, was die Zusammenarbeit mit den Experten erleichtert. Selbst wenn die Grundrisserstellung per Software geschieht, sollten Bauherren sich mit dem Architekten abstimmen, damit es nicht zu Fehlern kommt.

  • Architektenleistungen: Diese werden nach den neun Leistungsphasen der HOAI abgerechnet und reichen von der Grundlagenermittlung (LP 1) bis hin zur Objektbetreuung (LP 9).

Welche Grundrissvarianten für Mehrfamilienhäuser gibt es?

Bei den Grundrissvarianten für Mehrfamilienhäuer wird unterschieden zwischen dem klassischen Mehrfamilienhaus, dem Reihenhaus, dem Doppelhaus, dem Punkthaus und dem Scheibenhaus. Alle Varianten unterscheiden sich in der Bauweise und Anordnung der Wohnungen.

Klassisches Mehrfamilienhaus

Es handelt sich dabei in der Regel um ein freistehendes Gebäude mit Gemeinschaftsfluren und Treppenhäusern, welches aus mehreren abgeschlossenen Wohnungen besteht. Pro Geschoss gibt es zwei oder mehr Wohnungen, welche mit einem zentralen Flur oder Treppenhaus miteinander verbunden sind.

Reihenförmige Anordnung (Reihenhaus)

Gemeint ist damit ein Längsbau mit aneinandergereihten Wohnungen, auch Reihenhaus genannt. Diese Variante ist sehr gut für schmale Grundstücke geeignet. Nachteilig dabei ist jedoch, dass weniger Platz für Gemeinschaftsflächen zur Verfügung steht.

Punkthaus oder Würfelbau

Es handelt sich hierbei um ein Mehrfamilienhaus in kompakter Bauweise mit einer zentralen Erschließung bzw. einem zentralen Treppenhaus. Der Grundriss ist meist quadratisch oder kreisförmig, was für eine gleichmäßige Belichtung durch alle vier Himmelsrichtungen sorgt. Das Punkthaus für Mehrfamilienhäuser ist in ländlichen Regionen eine beliebte Bauform.

Staffelgeschoss-Mehrfamilienhaus

Hierbei ist das oberste Geschoss im Vergleich zu den darunterliegenden Stockwerken etwas zurückspringend, wodurch auch eine geringere Grundfläche entsteht. Ein solches Geschoss wird sehr oft als Penthouse oder als große Dachterrasse genutzt. Die zusätzliche Wohnfläche im Penthouse dient als attraktive Wohnung und wird oftmals als eigenständige Wohnung vermietet. Ein Gebäude mit einem solchen Staffelgeschoss wirkt nicht nur attraktiv, sondern kann auch zu einer Wertsteigerung der Immobilie führen.

Mehrgenerationenhaus-Grundriss

Die Gebäude werden hierbei als Mehrgenerationenhäuser genutzt und bieten Wohnraum für mehrere Generationen einer Familien. Möglich ist auch eine Kombination aus privaten Wohnungen und Gemeinschaftsräumen. Die Zugänge in das Mehrfamilienhaus werden barrierefrei gestaltet, damit auch körperlich eingeschränkte Menschen das Haus betreten können. Grundsätzlich gibt es für die privaten Wohnungen separate Eingänge, während die Gemeinschaftsbereiche durch einen Haupteingang genutzt werden.

Was ist bei Aufbau und Struktur des Grundrisses zu beachten?

Grundsätzlich müssen beim Aufbau und der Struktur der Mehrfamilienhaus-Grundrisse die Zielgruppen sowie der Bebauungsplan beachtet werden. Im Vordergrund dabei stehen neben der idealen Aufteilung die Barrierefreiheit, der Schallschutz sowie die optimale Nutzung der vorhandenen Fläche.

Erschließung

Bauherren müssen bereits im Vorfeld entscheiden, ob die Wohnungen im Haus durch ein gemeinsames Treppenhaus erschlossen werden oder ob für jede Wohnung ein separater Eingang geschaffen wird, der für mehr Privatsphäre sorgt.

Das Einplanen eines Aufzugs ist ein wichtiger Punkt, wenn das komplette Gebäude barrierefrei gestaltet werden soll. Dies ist im Besonderen für ältere oder körperlich eingeschränkte Bewohner wichtig. Es gelten für die Barrierefreiheit die Vorgaben nach DIN 18040.

Wohnungszuschnitte

  • Optimale Größen: Die Größe des Grundstücks sowie die rechtlichen Vorgaben bestimmen die Anzahl und die Größe der Wohnungen. Ein Mehrfamilienhaus mit unterschiedlich großen Wohnungen kann eine breitere Zielgruppe ansprechen.

    • 1-Zimmer-Wohnung: 35–50 m²: Mit einer Größe von 35–50 m² sind ideal für Studenten oder alleinlebende Personen.

    • 2-Zimmer-Wohnung: 50–70 m²: Mit einer Größe von 50–70 m² eignen sich für Singles oder Paare.

    • 3-Zimmer-Wohnung: 70–90 m²: Mit einer Größe von 70–90 m² sind sie ideal für Paare oder kleinere Familien.

    • 4-Zimmer-Wohnung: 90–120 m²: Mit einer Größe von 90–120 m² sind sie optimal für größere Familien oder gar eine Wohngemeinschaft.

  • Funktionale Raumaufteilung: Das Schlafzimmer sollte möglichst in der Nähe des Bades liegen und die Küche sollte mit dem Essbereich verbunden sein.

  • Minimierung von Verkehrsflächen: Kurze Wege zwischen den Räumen verbessern die Funktionalität der Wohnung. Des Weiteren sollten Verkehrsflächen wie Flure und Zwischenräume möglichst gering gehalten werden.

Gemeinschaftsflächen

Es handelt sich hierbei um Gemeinschaftsbereiche wie zum Beispiel das Treppenhaus, Flure, Aufzüge, den Waschkeller, Technikräume und Fahrradräume. Diese Bereiche sollten möglichst zentral liegen und leicht erreichbar sein.

Nicht zu vergessen sind zweckmäßige Zonen wie zum Beispiel Müllplätze, Stellplätze sowie  Spiel- oder Gartenbereiche, welche von allen Bewohnern genutzt werden.

Die Gemeinschaftsflächen dienen dem sozialen Austausch und fördern das soziale Miteinander. Eigentümer sollten für diese Bereiche im Mehrfamilienhaus klare Regeln zur Nutzung aufstellen.

Materialwahl, Raumaufteilung & Effizienz im Mehrfamilienhaus

Ob Massivhaus oder Fertighaus – beide Bauweisen bieten klare Vorteile, wenn man ein Bauprojekt mit optimaler Raumaufteilung und effizienter Nutzung der Grundfläche plant. Während das Massivhaus durch hohe Wärmespeicherung überzeugt, lässt sich ein Fertighaus oft schneller umsetzen, besonders bei mehreren Etagen und variablen Zuschnitten ab 60–120 qm pro Einheit. Zusätzlich sollten gezielte Schallschutzmaßnahmen integriert werden, da sowohl im Reihenhaus als auch im klassischen Mehrfamilienbau die Bewohner diesen Komfort intensiv nutzen. Eine strukturierte Raumaufteilung – vor allem rund um die Küche und Aufenthaltszonen – erleichtert die spätere Nutzung erheblich. Wer früh plant, kann jedes Bauprojekt effizient umsetzen und sowohl im Massivhaus als auch im Fertighaus eine maximale Speicherung von Energie, Wohnkomfort und langfristigem Nutzen sicherstellen.

Was gilt für die architektonische Gestaltung und das Design?

Diese Aspekte orientieren sich in der Regel an der bestehenden Siedlungsstruktur, dem Grundstück sowie den Wünschen des Bauherren.

Gestaltungselement Möglichkeiten
Fassade Putzfassade - sehr beliebt; Klinkerfassade - bietet große Vielfalt an Farben und Texturen; Holzfassade - verleiht eine warme und natürliche Ausstrahlung; Metallfassade - für den modernen und industriellen Look; Natursteinfassade - für eine charaktervolle und langlebige Optik
Fenster und Türen Platzierung und Design sind wichtig für die Ordnung und den Charakter der Fassade
Wohnraum im Freien Möglich durch Balkone, Loggien und Terrassen, die den Wohnkomfort deutlich erhöhen.
Gebäudeform Die Grundform beim Mehrfamilienhaus kann traditionell rechteckig, aber auch skulptural und komplex sein. Die Form ist abhängig vom Standort, der umliegenden Bebauung sowie den Gegebenheiten des Grundstücks.
Dacharten Das Dach und seine Form haben einen direkten Einfluss auf den Grundriss, insbesondere im Dachgeschoss. Bauherren haben die Wahl zwischen dem klassischen Satteldach, dem Flachdach, dem Walmdach oder dem Pultdach.
Eingeschränkte Gestaltungsfreiheit Flexible, individuelle Planung und Umsetzung

Was ist mit technischen und baulichen Anforderungen gemeint?

Hierzu zählen neben dem Brandschutz auch die Energieeffizienz, der Schallschutz, die Barrierefreiheit sowie die technische Infrastruktur. 

  • Schallschutz: Gemäß DIN 4109 müssen hochwertige Materialien zum Einsatz kommen, um den Lärm zwischen den einzelnen Wohnungen zu minimieren.

  • Energieeffizienz: Es müssen die Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) eingehalten werden. Dazu zählen auch bestimmte U-Werte für alle Außenbauteile. Um den KfW-Standards gerecht zu werden und eine gute Energieeffizienz zu garantieren ist eine gute Dämmung wichtig

  • Brandschutz: Gemäß dem Brandschutzkonzept müssen die Fluchtwege in den Treppenhäusern als notwendige Flure ausgewiesen sein. Des Weiteren sind feuerhemmende Türen und die Verwendung von nicht brennbaren Baustoffen vorgeschrieben. Grundsätzlich muss dafür gesorgt werden, dass sämtliche Fluchtwege stets frei von Hindernissen sind.

  • Barrierefreiheit: Ab einer bestimmten Gebäudeklasse müssen alle Wohnungen barrierefrei  zu erreichen sein. Dies bedeutet, dass bei einem Haus ab drei Stockwerken ein Aufzug Pflicht ist.

  • Haustechnik: Sämtliche Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen müssen für eine spätere Wartung gut zugänglich sein. Elektrische Anlagen müssen zur Vermeidung von Sicherheitsrisiken regelmäßig überprüft werden. In allen Wohnungen sind Rauchwarnmelder verpflichtend und müssen vom Eigentümer fachgerecht installiert werden.

Was gilt für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Mehrfamilienhaus?

Sowohl die Nachhaltigkeit als auch die Energieeffizienz im Mehrfamilienhaus lassen sich durch eine Verbesserung der Gebäudehülle (Fenster, Dämmung) sowie den Einsatz von effizienten Heiz- und Lüftungssystemen erreichen.

  • Energiestandard: Das Mehrfamilienhaus kann in verschiedenen Energiestandards gebaut werden. Der höchste Standard ist das Effizienzhaus 40 bzw. 40 Plus, welche durch eine sehr gute Dämmung und einen geringen Primärenergiebedarf gekennzeichnet sind.

  • Heizungssysteme: Diese sollten idealerweise aus nachhaltigen Systemen Wärmepumpe, Fernwärme, Pelletheizung bestehen. Ebenso wichtig ist der Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung.

  • Energieerzeugung: Es sollten Photovoltaik und Solarthermie für Strom- und Warmwassererzeugung installiert werden.

  • Regenwassernutzung und Dachbegrünung: Dadurch lässt sich die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz im Mehrfamilienhaus erheblich steigern. Die Dachbegrünung verbessert das Mikroklima, isoliert das Gebäude und schützt die Dachabdichtung. Durch Regenwassernutzung wird der Trinkwasserverbrauch reduziert. Das gesammelte Wasser kann zur Bewässerung und für die Toilettenspülung genutzt werden.

  • Baustoffwahl: Für das Mehrfamilienhaus sind ökologische Baustoffe wie Holz, Lehm und Hanf essenziell, da sie nicht nur eine positive CO2-Bilanz, sondern auch ein gesundes Raumklima fördern.

  • Gebäudehülle: Durch das Dämmen von Fassade, Dach und Kellerdecke lassen sich Wärmeverluste minimieren: Fenster sollten aus einer hochwertigen Dreifachverglasung bestehen.

Wie sieht es mit Kostenfaktoren und Wirtschaftlichkeit beim Mehrfamilienhaus aus?

Die Kosten beim Mehrfamilienhaus ergeben sich aus den Baukosten, den Nebenkosten, den Finanzierungskosten sowie den laufenden Betriebskosten. Die Wirtschaftlichkeit wird durch verschiedene Faktoren wie Lage, Mieteinnahmen, Zustand und dergleichen beeinflusst.

Baukosten

  • Durchschnittliche Baukosten: Diese variieren je nach Ausstattung und Bauweise zwischen 2.000–3.000 €/m² Wohnfläche.

  • Einflussfaktoren: Zu den wesentlichen Einflussfaktoren zählen neben der Ausstattung auch die Lage (Stadt oder ländlich), die Bauweise sowie die gewünschte Energieeffizienz.

  • Kostenvergleich: Die reinen Herstellungskosten beim Massivbau für die Außenwände sind in den meisten Fällen niedriger als beim Holzbau. Wird das Mehrfamilienhaus als Fertighaus im Holzrahmenbau errichtet, fallen die reinen Baukosten ähnlich aus wie beim Massivbau. Allerdings können die Kosten von den aktuellen Holzpreisen abhängig sein.

Flächen- und Renditeoptimierung

Zur Optimierung können sowohl die Mieten steigen als auch durch eine Nutzung von Nebenflächen bzw. dem Schaffen von weiteren Flächen.

  • Verhältnis Wohnfläche zu Gesamtfläche: Im Idealfall liegt diese beim Einfamilienhaus bei 70 bis 73 %, während beim Mehrfamilienhaus von mehr als 80 % ausgegangen wird.  

  • Grundrissoptimierung zur Erhöhung der Mietfläche: Um diese zu erhöhen, ist es sinnvoll, den Grundriss zu optimieren. Dies bedeutet, dass sogenannte tote Flächen (Flure) reduziert werden. Des Weiteren können Technikflächen minimiert und die nutzbaren Quadratmeter pro Wohnung erhöht werden.

  • Kosten pro Wohneinheit kalkulieren: Dazu werden die Gesamtkosten bestehend aus Baukosten, Grundstückskosten, Baunebenkosten und sonstigen Ausgaben addiert und durch die Anzahl an Wohnungen geteilt.

  • Langfristige Instandhaltungs- und Betriebskosten: Gemeint sind damit regelmäßige Ausgaben für Heizung, Strom und Müll sowie größere Instandhaltungsmaßnahmen.

Architektenkosten

Die Architektenkosten gemäß der HOAI liegen in den meisten Fällen bei 10 bis 15 % der reinen Baukosten. Dabei hängt die genaue Höhe von verschiedenen Faktoren wie dem Umfang der Leistungen und der Komplexität rund um das Mehrfamilienhaus ab.

Grundsätzlich gilt, dass das Architektenhonorar frei verhandelbar ist, auch wenn die rechtlichen Richtlinien Mindest- und Höchstwerte festlegen. Bauherren sollten sich verschiedene Angebote einholen und diese miteinander vergleichen, um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen.

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen und Genehmigungen gelten beim Mehrfamilienhaus?

Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen zählen die Baugenehmigung, der Bebauungsplan sowie die Landesbauordnung (LBO). Die jeweiligen Genehmigungen werden bei der zuständigen Baubehörde beantragt. Diese prüft den Brandschutz, Schallschutz und die Abstandsflächen.

  • Bauantrag und Genehmigungsplanung: Ein Mehrfamilienhaus zu bauen ist genehmigungspflichtig und bedarf einer Baugenehmigung, die beim zuständigen Bauamt beantragt werden muss.

  • Abstandsflächen, Stellplatzverordnung, Brandschutz: Die Behörde prüft die Vorgaben zu Bauhöhe, Grundflächenzahl, dem Abstand zu den Nachbargrundstücken sowie zum Brandschutz und der Stellplatzverordnung.

  • Wohnungstrennung und Teilungserklärung: Für Eigentumswohnungen im Mehrfamilienhaus ist eine Teilungserklärung und eine Abgeschlossenheitsbescheinigung erforderlich. Nur so können die einzelnen Wohnungen als Wohneigentum verkauft werden. Die Teilungserklärung muss notariell beurkundet sein. Sie regelt die Eigentumsverhältnisse sowie die Rechte und Pflichten der zukünftigen Eigentümer.

  • Energieausweis-Pflicht: Werden die Wohnungen im Mehrfamilienhaus verkauft oder vermietet, ist ein gültiger Energieausweis verpflichtend. Dieser muss gemäß dem Gebäudeenergiegesetz ausgestellt sein und schon bei der Besichtigung vorgelegt werden. Verstöße hierzu können ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen.

  • Einhaltung der Landesbauordnung (LBO): Jedes Bundesland hat eine eigene und verbindliche Landesbauordnung, die das Bauen regelt. Die LBO legt die Aufgaben aller Baubeteiligten und der Baubehörden fest.

Was ist mit digitaler Planung und Visualisierung gemeint?

Die digitale Planung beim Mehrfamilienhaus ermöglicht die Darstellung von 2D-/3D-Mehrfamiienhaus-Grundrisse sowie realistischen 3D-Modellen.

  • CAD- und BIM-Modelle (Building Information Modeling): CAD ist fokussiert auf das Erstellen von exakten 2D- und 3D-Entwurfszeichnungen, um so eine visuelle Darstellung von Ideen zu bieten. Beim BIM handelt es sich um einen umfassenden Ansatz zur Planung, Ausführung und zur Bewirtschaftung der Gebäude.

  • 3D-Grundriss und virtuelle Begehungen: Der 3D-Grundriss ermöglicht nicht nur die virtuelle Begehung, sondern vermittelt durch fotorealistische 3D-Renderings einen realistischen Eindruck vom Gebäude.

  • Vorteile: Die BIM-Modelle erleichtern den Planungsprozess, vermeiden Fehler und dienen der präzisen Kostenplanung. Des Weiteren stehen sie für eine bessere Kommunikation mit Handwerkern und sonstigen Baubeteiligten rund um das Mehrfamilienhaus.

Was sind häufige Planungsfehler und wie man sie vermeidet?

Die Liste an Planungsfehler ist lang und reicht von mangelhaften Abdichtungen bis hin zu unzureichenden Elektroinstallationen. Wir haben uns einige der Planungsfehler näher angeschaut.

  • Ungünstige Belichtung und Belüftung: Hierbei geht es um falsch positionierte Fensterflächen sowie um undichte oder falsch eingestellte Lüftungsanlagen, die im Laufe der Zeit zu Feuchtigkeitsproblemen führen können.

  • Unzureichender Schallschutz zwischen Wohneinheiten: Im Detail handelt es sich hierbei um eine mangelhafte Trittschalldämmung zwischen den Wohnungen.

  • Fehlende Barrierefreiheit: Dies wird oft zu spät bedacht, was bedeutet, dass zusätzliche Nachrüstkosten anfallen.

  • Unflexible Grundrissgestaltung für zukünftige Mieter: Dies gilt im Besonderen beim Dachgeschoss, welches zu wenig Licht oder nicht nutzbare Flächen durch die Dacharten (Schrägen) aufweisen.

Die Fehler lassen sich durch eine sorgfältige Vorplanung sowie einer Abstimmung zwischen allen Gewerken vermeiden. Das Thema Barrierefreiheit sollte von Anfang an in die

Hausplanung integriert werden, da spätere Umbauten kostenintensiv und zeitaufwendig sind.

Fazit

Bei vielen Baufamilien ist das Mehrfamilienhaus sehr beliebt. Das Haus dient oft als Kapitalanlage und zur Altersvorsorge. Die Wohnungen im Haus lassen sich vermieten oder können selbst genutzt werden. Durch die Mieteinnahmen wird die Finanzierung auf sichere Beine gestellt. Des Weiteren sorgt eine Vermietung der Wohnungen für eine Senkung der Steuerlast.

Gerade in Städten und Ballungszentren ist das Mehrfamilienhaus sehr beliebt, denn wenn die Mehrfamilienhaus-Grundrisse gut durchdacht sind, ist davon auszugehen, dass die Wohnungen nicht lange leerstehen werden. Besonders im Neubau lohnt es sich, die Wände präzise zu planen, moderne Speicherungs­konzepte einzubeziehen und wirkungsvolle Schallschutzmaßnahmen zu integrieren, um ein nachhaltiges und zukunftsfähiges Wohnumfeld zu schaffen.

FAQ – Häufige Fragen zum Thema „Grundriss Mehrfamilienhaus“

Dies ist abhängig von der geplanten Anzahl an Wohnungen sowie dem vorhandenen Budget. Für ein kompaktes Haus liegt der gängige Grundriss bei 160 bis 320 m²

Hierzu gibt es keine Obergrenze. Drei bis sechs Wohnungen gelten im Allgemeinen als wirtschaftlich am sinnvollsten, da sie einen guten Kompromiss zwischen Rendite, Verwaltung und Kosten darstellen.

Die Türen müssen ausreichend breit sein und in allen Räumen muss es ausreichend große Bewegungsflächen geben. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Architekten ist hierbei sinnvoll.

Im Schnitt ist von 10 bis 15 % der Gesamtkosten für das Mehrfamilienhaus auszugehen.

Ja, dies ist möglich. Es bietet Bauherren eine Reihe von Vorteilen wie zum Beispiel schnelle Bauzeit, Kostensicherheit und Flexibilität.

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Autor: Tim Kirchhoff
Geschäftsführer

Tim Kirchhoff ist seit vielen Jahren eine treibende Kraft hinter der Isowoodhaus GmbH. Mit seiner Leidenschaft für nachhaltiges Bauen und seiner Expertise im Bereich Holzbau führt er das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft. Im Fokus seiner Arbeit stehen ökologische Bauweisen, innovative Technologien und die Schaffung gesunder Wohnräume. Als Geschäftsführer von Isowoodhaus setzt er wichtige Impulse in der Fertigbau-Branche und treibt die Weiterentwicklung des modernen Holzfertigbaus maßgeblich voran. 

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